Verdrehtes Déja-Vu - Männer 2 diesmal mit einer ordentlichen zweiten Halbzeit

von V. Lardani

Nachdem man in der Vergangenheit viele Spiele meist mit einer starken ersten, aber einer desolatenzweiten Halbzeit der Männer vom SV Heilbronn gesehen hatte, wollte man diesmal beim Tabellenvorletzten Bad Rappenau solider auftreten. Mit einem Sieg würde man den Anschluss an die oberen Tabellenplätze halten können.

Doch wie so oft in den letzten Spielen kam wieder einmal alles anders. Beide Mannschaften starteten sehr fahrig in die Partie. Trotz Anfeuerung von der Bank und den zahlreich mitgereisten Fans (ein Dank an dieser Stelle!) stand man sehr emotionslos und ohne echte Kommunikation in der Abwehr. Im Angriff wurde ein ums andere Mal überhastet abgeschlossen. Coach Bernauer stellte korrekt fest: „Wir haben ja mehr Ballkontakte im Konter als beim Positionsangriff!“ Kein Wunder also, dass es nach 8 Minuten immer noch erst 1:2 stand. Dies lag aber nicht nur am ineffektiven Angriffsspiel, sondern auch an der zur Verzweiflung treibenden Chancenverwertung und an den glänzend aufspielenden Torhütern auf beiden Seiten. Im Verlauf der ersten 30 Minuten konnte sich keine Mannschaft mehr als 3 Tore absetzen, am Ende dann mit dem besseren Zwischenstand von 14:12 für die Heimmannschaft.

Die Halbzeitansprache war entsprechend deutlich, jeder wusste, dass man so das Spiel verlieren würde. Spielerisch forderte der Trainer mehr von seinem Team. Nicht nur das Tempohandball, sondern auch das Angriffsspiel müsse das Team besser umsetzen.

Kurz nach der Halbzeit dann direkt eine Schrecksekunde. Phillip Brodmann wird beim Gegenstoß in vollem Lauf gefoult und bleibt schmerzerfüllt liegen. Auch wenn das Foul an sich kein Schlimmes war muss man hier doch sagen, Finger weg beim Konter! Klare Sache deshalb für den Schiedsrichter: 7-Meter und rote Karte! Diese rote Karte markierte dann womöglich auch den kleinen Bruch im Spiel der Rappenauer. In den folgenden Minuten schlug das Pendel dann mehr in Richtung der Männer vom SV. Nach dem fälligen 7-Meter Tor von Tobias Risse zum 15:15 konnten die Bad Rappenauer einmal noch zum 16:15 in Führung gehen, danach hatten die SV-ler das Zepter in der Hand. Über das nächste 7-Meter Tor von Tobias Risse zum 16:16 ging es über ein 17:17 zum 19:21 für die Heilbronner. Und man mag es kaum glauben, es folgte die nächste Schrecksekunde. Erneut Phillip Brodmann, erneut beim Gegenstoß, erneut der Gegner auf Tuchfühlung! Dieses Mal jedoch war es wohl kein echtes Foul, da Brodmann beim Wurf am Gegenspieler „hängengeblieben“ war. Dennoch und zu Recht fuhr der Schiedsrichter eine klare Linie mit einer erneuten 2-Minuten Strafe für die Heimmannschaft. 7 Minuten vor Schluss war der Drops gelutscht, die Luft bei den Rappenauern draußen, daran änderte auch die genommene Auszeit des Heimtrainers nichts mehr. Schlussendlich trennte man sich mit einem hart erkämpften aber verdienten 24:28.

Was vom Spiel bleibt ist die Erkenntnis, dass man sich wie gehabt gegen schwächere Mannschaften immer noch schwer tut und es nicht schafft, sein eigenes Spiel durchzuziehen. Denkt man an die Spiele gegen die beiden oberen Teams Bad Wimpfen/Biberach und Buchen, bei denen man beides mal gezeigt hatte, was in der Mannschaft steckt und kurz vor der Sensation war, so fällt einem auch zum Beispiel das Auswärtsspiel gegen den aktuellen Tabellen 7. Dittigheim/Tauberbischofsheim ein, dass das schlechteste Saisonspiel war.

Genau diesen Gegner gilt es am nächsten Samstag, 02.02.19 um 16 Uhr in der Leintalhalle Frankenbach zu schlagen. 

(Andreas Häfner)

 

Für den SV Heilbronn spielten: 

Florian Finger (Tor), Michael Sommerfeld (1), Phillip Brodmann (6), Tobias Kubon (3), David Berger (3), Leo Wacker (1), Tobias Risse (12), Omar SHBB (3), Andreas Häfner, Wojciech Zagwojski, Robin Berger (1), Benjamin Riehn.

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